Achtsames Lesen

Gerade habe ich einen Kommentar im aktuellen Handelsblatt gelesen. Inmitten von Artikeln über die Wirtschaftskrise und die politischen Schwierigkeiten fand ich den Meiungskommentar von Tanja Kees mit dem Titel “Lesen gefährdet die Dummheit”. Diesen Werbespruch einer Düsseldorfer Buchhandlung nimmt die Kommentatorin zum Anlaß über die Bedeutung des Lesens zu schreiben. Tatsächlich lesen die Deutschen, wie viele andere westliche Nationen nicht mehr richtig. Die Flut an Informationen und Lesematerial insbesondere im Beruf hat tatsächlich dazu geführt, daß wir immer weniger richtig lesen. Meistens überfliegen wir die Texte mittlerweile und lesen nicht mehr zu Ende. Auch bei Zeitungen und Zeitschriften ertappen wir uns immer häufiger dabei, nur die Bilder und Grafiken zu sehen und den Artikel nur in einigen Teilen zu erfassen. Dieses “schlechte” Lesen ist nicht nur deswegen suboptimal, weil wir dadurch gar nicht mehr alle Informationen erfassen. Es gibt noch einen anderen viel wichtigeren Punkt: wir verlernen, das Lesen zu genießen und damit Momente der Achtsamkeit, Momente im Hier und Jetzt zu erleben. Dies sollte man versuchen zu ändern, indem man sich wirklich wieder Zeit nimmt zum Lesen. Wenn es es jetzt früher dunkel wird, sollte man genau das wieder mehr “üben”, anstatt mit dem Fernsehen wieder auf die Reizüberflutungsautobahn zu gehen.

“Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.”

Ein sehr nettes Zitat aus einem Newsletter, den ich regelmäßig von den Betreibern von www.zenkreis.de erhalte.watch?v=n2STmmza1Oc&feature=fvst Leider muß ich sagen, daß ich – und damit bin ich vermutlich nicht allein – verdammt oft am Gras ziehe ohne daß ich etwas bewirke. Wenn man sich seinen Alltag einmal so anschaut, versucht unser Geist ständig etwas zu verbessern oder zu verändern. Bei vielen Dingen ist dies ja auch sinnvoll. Außerdem wäre Evolution ohne diese menschliche Eigenschaft auch nicht denkbar. Beharrlichkeit und Dranbleiben sind im Grunde gute Eigenschaften, allerdings nur dann, wenn in den meisten Fällen auch etwas Produktives dabei rauskommt. Dreht man aber bestimmte Situationen immer wieder in seinem Kopf und vertieft sich ins Grübeln, ohne zu handeln, so zerrt man regelrecht am erwähnten Gras und dennoch geschieht nichts. Man sollte daher vielleicht öfters mal beobachten, was man so denkt und ob es sich nicht um Denkrituale handelt, bei denen wir uns verkrampfen und festbeißen. Wenn dem so ist, gilt es Methoden zu entwickeln, Abstand zu diesen Gedanken zu gewinnen. Ein probates Mittel hierzu sind Achtsamkeitsübungen. Übt man sich in Achtsamkeit so gelingt es immer häufiger, nicht mehr “am Gras zu ziehen” und unnötige und unproduktive Gedankengebilde in sich zusammenfallen zu lassen.

Yoga gegen Angst

Yoga gegen Angst  Das neue deutsche Yoga-Journal Maerz/April 2010 ist da und ich lese gerade einen Artikel uber Yoga und Angst. Ein langer und sehr facettenreicher Artikel von Sally Kempton, Kolumnistin der amerikanischen Yoga Journal. Ängste kennt jeder von uns und die meisten versuchen sie zu verdrängen oder angsterzeugende Situationen zu vermeiden. Der Angst in der Meditation mit Achtsamkeit und wachsender Distanz zu begegnen ist eines der Grundthemen des Artikels, der auf alle Formen von Ängsten, von alltäglichen Ängsten um Job, Gesundheit und Beziehung sowie auch auf stärkere Ängste und Panik Bezug nimmt. Sehr lesenswert!